Unvergessen !

  • Sie war “Unsere” Nachbarin ! 
  • Ich werde die letzten drei Monate nie vergessen !  
  • Wir haben gehofft und sie hat gekämpft ! 

Ich habe “IHR” meine Zeit geschenkt und ein Lächeln auf ihr Gesicht gezaubert! Unsere jahrelange Nachbarschaft wurde zu einer “Partnerschaft”. Wir waren das A-Team und ­Probleme ­wurde zu Aufgaben!Ich wusste es schon seitdem sie mit Sauerstoff nach Hause kam dennoch versuchte ich ihr Kraft und Zuversicht zu geben. Dann ging es sehr schnell und am 15.05.12 hörte ihr Herz auf zu schlagen!

Von Winterzeit auf Lebenszeit umgestellt!

Das hätte ich nie geglaubt das reinigen eines Kühlschrankes eine “ART” Therapie für meine Mutter ist. Wenn ich Drehbuchautor wäre hätte ich es wahrscheinlich genau so geschrieben. Seit dem 23.03.12 ticken die Uhren bei uns in einen neuen Rhythmus und der lautet: Der Krebs ist wieder in unser Leben gekommen!  Freitag morgen ging gar nichts mehr! Mir war sofort klar jetzt gehen wir turbulenten Zeiten entgegen. Um 10.30 Uhr hatten wir es schwarz auf weiss das CT brachte die Tatsache ans Licht!  Ein Wirbel wurde weiter (Holzwurm) angefressen! Innerlich stellte ich gleich mein Programm um! Unsere Nachbarn waren schon eingeweiht und sie waren auch sehr bemüht um uns! Um die Schmerzen einzuschränken müssen die Medikamente umgestellt werden und wahrscheinlich noch eine Strahlentherapie! Nun ist Tag 4  und wir konnten durch die Umstellung die Schmerzen um 70% einschränken. Ich bzw. wir versuchen weiterhin einen normalen Alltag zu gestalten. Unser Ziel ist es durch die Therapie den “Holzwurm” zu stoppen und ich werde wenn wir einen neuen Rhythmus gefunden haben, wieder unsere Nachbarin betreuen. Momentan habe ich eine Auszeit von ca. 2 Wochen und die brauche ich auch! Meine Mutter ist eine starke Frau und ich hoffe und glaube das sie noch einmal all ihre Kraft mobilisieren kann! 

Zwischen den Welten

Es sind nur drei Schritte und ich bin in einer anderen Welt ! Nun sind schon drei Wochen vergangen und meiner Nachbarin geht es besser, es sind  n u r  4% aber wir halten uns daran fest. Meine Mutter ist nun seit 5 Jahren ohne neuen Befund und meine Nachbarin hat keine Haare und braucht einen Rollator. Eine Etage zwei Krankheitsbilder! Manchmal fühle ich mich wie “Dienstmädchen” ohne Uniform. Seit der Betreuung sehe ich meine Mutter in einem anderen Licht und sie mich auch! Finde ich gut! Es sind von Mo – Fr  nur ca 3-4 Stunden aber sie haben jetzt schon meine Leben verändert. Der Alltag wird noch mal neu bewertet! Das Update war sehr erfrischend und mich erfüllt es mit Dankbarkeit das ich helfen kann. Danke für eure Kommentare!

Notizen eines Angehörigen 8/111

Probleme lösen mit einem Satz

                                                                                               Bildquelle:   Plinky                                                                                                                 Heute mußte  ich mit meiner Mutter zum Knochenszintigramm. Dr. B. verglich die  Aufnahmen und teilte uns mit: ” Es gibt keinen neuen Befund ! ” Durch diese Diagnose wird meine Mutter in eine neue Studie kommen. Keine Infusionen ,sondern nur noch eine Spritze !  Ich hoffe das die neue Therapie ihr noch einige Zeit schenken wird!

Wird schon wieder hell !

Fahre momentan durch eine dunkle  Wolke. Unsere engste Nachbarin wurde gestern ein Gehirntumor entfernt. Sie hat die OP gut überstanden!  Uns hat die Nachricht  ziemlich “angefressen” . Sie ist nicht nur eine Nachbarin, sie gehört quasi zur Familie. Es gibt halt helle + dunkle Tage. Gestern war ein dunkler Tag. Als ich heute morgen zum Aquajogging fuhr, stellte ich fest das gestern unser Hochzeitstag war !!!!!!!  Zum ersten mal  vergessen !  Na, ja egal haben sowieso  2 Hochzeitstage. Februar  standesamtlich !  August  kirchlich !  Wir sind  wirklich Urlaubsreif ! Ach, ja heute wird ” ER”  75 !

Notizen eines Angehörigen 2.111

Es sind 4 Wochen vergangen und ich sitze warte und hoffe das die Infusion für meine Mutter ihr Leben noch mehr Perspektiven gibt.
Normalerweise ist es ein Zeitfenster von ca. 4 Stunden.1 Stunde Fahrt und Wartezeit. 90 Minuten Infusion. Zum Schluß Mittagessen. Im Rhythmus von 3 Monaten kommen noch mal 2 Stunden dazu um ein Knochenszintigramm durchzuführen. Heute ist wieder mal das 6 Stunden Programm.Na, ja mittlerweile weiss ich die Wartezeit zu nutzen. Mrs. Jones ist eine Wasserratte.Sie schaut leidenschaftlich gerne Filme und besitzt genauso viel Phantasie wie Amelie, deshalb wird jeder Augenblick zu einer Geschichte.Menschen zu beobachten ist so vielfältig wie ein Lexikon. Sitzt Mrs. Jones in einem Cafe ist die Perspektive eher locker. In einer Onkologischen Wartezimmer/Praxis spielen sich innerliche Dramen ab.Ich habe für mich eine Studie angelegt. TYP: Weiblich Jahrgang 1930er Jahre. Diese Generation zeigt sehr viel Geduld und verhalten sich ruhig.Dauert die Krankheit schon einige Jahre werden schon mal Erfahrungen ausgetauscht. TYP: Männlich Jahrgang 1930er zeigen auch viel Geduld sind aber sehr schweigsam und sitzten die Sache aus. TYP: Weiblich/Männlich Jahrgang 1940/50er Jahrgang berichten eher offen über ihre Probleme und tauschen sich untereinander aus. Warte ich an der Rezeption um einen neuen Termin zu bekommen oder ein Rezept abzuholen, kann ich auch sehr schnell feststellen wie die Patienten/Angehörigen auf Wartezeit reagieren. Ist die Diagnose noch sehr neu und die Therapie hat noch nicht begonnen, dann sind die Gesichter von Angst gezeichnet.“ Alte Hasen“ entwickeln ein neues innerliches Gleichgewicht und die Geduld längere Wartezeiten zu ertragen.Dieses sind meine persönlichen Beobachtungen und der Respekt für diese Menschen. Ärgert ihr euch über die Pfandflaschen die der Partner vergessen hat,dann schliesst eure Augen und denkt an diesen Blog Beitrag.

Dr. T. und Mrs. Jones

Mrs. Jones ist nicht nur Tochter!In der letzten Zeit Betreuerin,(Pflegerin),Chauffeur. Bei Besprechungen mit Ärzten sitze ich immer an ihrer Seite. Durch ihre Krebserkrankung ist es ein weites Spektrum von verschiedenen Fachärzten. Ich bin ein impulsiver spontaner Mensch (Schütze), mit dieser Einstellung konnte ich sehr schnell Kontakt mit den Ärzten aufnehmen. Wir sind im Sprechzimmer und der Arzt gegenüber merkt schnell die Tochter weiss Informationen die meine Mutter selbst nicht erzähle würde. Diese Tatsache wird sofort als Grundsubstanz des Gespräches verwendet.Es gibt aber immer Ausnahmen. Als mein Vater die letzten Wochen seines Lebens pflegte war der Hausarzt meiner Eltern in manchen Situationen KEINE HILFE! Wir hatten eine heftige Diskussion, danach öffnet er mir die Tür. Diese höfliche Geste von Dr. T. ist jetzt 5 Jahre her. Ein Sprichwort sagt„Feinde sind die besten Lehrer“ Mittlerweile sehen + sprechen wir uns 1-2 mal im Jahr. Die Gespräche verlaufen immer im gleichen Muster. Ich kenne meine Mutter sehr gut und ich weiß was sie für gesundheitliche Probleme hat. Kurz um, ich kenne die Diagnose aber das EGO von Dr.T. will es nicht hören. Nach dem letzten Gespräch/Diskussion bin ich zum Entschluß gekommen meine persönliche Meinung nicht mehr zu erwähnen.
Habe ein Mantra entwickelt um meine Empfindungen einzuschränken. Übrings meine Diagnosen sind am Ende des Gespräches auch seine!